Gotha, was war, was ist, was aber nicht bleiben muss.

Der allgemeine Anstieg rechter Mobilisierung und Gewalttaten ging auch an Gotha und dessen Landkreis nicht vorbei. 2015 zeichnete sich durch viele beschissene Höhepunkte aus. Hier der versuch eine Auflistung rechter Aktivitäten im letzten Jahr. Diese Auflistung ist keineswegs komplett.

Direkt in Gotha begann dies mit einer rassistischen Demonstration des „BÜNDNIS ZUKUNFT LANDKREIS GOTHA“ BZLG um die Neonazis Marco Zint und Anne-Kathrin Schmidt am 18. April 2015. Beteiligt waren unter anderem die Kleinstparteien „DIE RECHTE“ und „DER DRITTE WEG“, sowie Neonazis aus dem Spektrum der „Freien Kameradschaften“ und sogenannte “besorgter Bürger”. Hier konnte die Abschlusskundgebung in der Innenstadt verhindert werden. Sowie einer vergleichbaren Demonstration der selben Initiatoren im 28. November 2015, bei der ähnliche Erfolge wie eine Blockade jedoch scheiterten. Zudem kam es während eines Stadtfestes Anfang Mai 2015 zu einem Übergriff mit einem Verletzten auf alternative Jugendliche. Wenige Wochen darauf wurde ein weiterer Jugendlicher Opfer einer rassistische Attacke.

Im 13. Juli 2015 wurden in verschiedenen Orten des Landkreises, darunter Gotha, Gräfenhain und Ohrdruf, schwarze Kreuze an den Ortseingängen aufgestellt um auf vermeintliche deutsche Gewaltopfer aufmerksam zu machen. Dies fand im Rahmen einer bundesweiten Neonazi-Kampagne statt.

Am 17. August 2015 glorifizierten Banner den ehemaligen Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß anlässlich dessen Todestages.

Vom 03. bis 07. November 2015 versuchten Neonazis des BZLG und „DIE RECHTE Waltershausen“ die Ankunft mehrerer Busse mit Geflüchteten im leerstehenden Praktiker-Baumarkt in Gotha zu verhindern.
In Ohrdruf kam es im ersten Halbjahr 2015 zu mehreren rechten Kundgebungen und Demonstrationen initiiert durch „PRO OHRDRUF“ im Zusammenhang mit der Unterbringung geflüchteter Menschen. Höhepunkt war dort der Auftritt des NPD-Stadtrates David Köckert, der mit seiner Wortwahl und Artikulation stark an Goebbels erinnert, sowie dessen Neonazikarawane von „THÜGIDA“ u.a. mit Axel Schlimper („EUROPÄISCHE AKTION“, Patrick Weber (NPD) und Patrick Schröder („FSN TV“, sowie Betreiber des Nazilabels „ANSGAR ARYAN“). Zusätzlich zu Sachbeschädigungen an einer geplanten Unterkunft, sowie rassistischer Graffitties, kam es zur Zusammenrottung von Neonazis und “besorgter Bürgern”, welche schlussendlich in der Gründung einer Bürgerwehr mündete. Diese agiert bisher jedoch ausschließlich im Internet. Am 21. November 2015 demonstrierten Nazis um „DIE RECHTE“ gegen ein bürgerliches „Willkommensfest“ für Geflüchtete.

In Waltershausen gab es eine durch die NPD organisierte Demonstration im September mit rund 700 Menschen, an der besonders bürgerliche Kräfte teilnahmen. Zudem kam es zur Gründung eines Stützpunktes der Neonazipartei „DIE RECHTE“ um deren Landesorganisationsleiter Michel Fischer, nach einer rassistischen Demonstration, an der auch der NPD-Stadtrat und „THÜGIDA“-Initiator David Köckert teilnahm.

Momentan läuft in Erfurt der Prozess gegen Neonazis des „Gelbes Hauses“ in Ballstädt, die 2014 an einem Angriff auf eine Kirmesgesellschaft mit teilweise Schwerverletzen beteiligt waren. Trotzdessen nehmen diese weiterhin an rassistischen Demos teil und beschäftigen sich mit der Organisation von Konzerten und anderen Veranstaltungen.

Höhepunkt deutscher Auswüchse war ein Brandanschlag auf die Unterkunft Geflüchteter am 04. Oktober 2015 in Friemar. Glücklicherweise kam es jedoch zu keinen Verletzten.

Die rassistische Grundstimmung wird durch Neonazis und andere sich zum „Volk“ zählenden Deutsche genutzt. Bezeichnend zur nahen Vergangenheit ist sowohl die Quantität und Intensität rechter Übergriffe, Drohungen und Angriffe.

You can get it if you really want – antifaschistische Intervention ist möglich und nötig!